Kontakt

Service Hotline
0234 / 43 841 - 0

Newsletter

Aktuell informiert mit dem ibp-Infobrief - hier anfordern!

WSI-Untersuchung: Jede sechste Betriebsratswahl wird behindert

DruckversionEinem Freund sendenPDF-Version
Manche Unternehmer versuchen massiv und hartnäckig, ihre Beschäftigten an der Gründung eines Betriebsrats zu hindern. Besonders häufig sei dieses Phänomen in inhabergeführten Firmen vorzufinden. So wird in Deutschland laut einer aktuellen Untersuchung jede sechste Betriebsratswahl verhindert.
 
Arbeitgeber, die Betriebsratswahlen behindern, machen sich strafbar. Das ist den meisten Chefs auch bekannt. Dennoch häufen sich Berichte, dass derartige Verhaltensweisen keine Seltenheit sind. Laut einer aktuellen Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahmen Hans-Böckler-Stiftung wird in Deutschland arbeitgeberseitig nahezu jede sechste Betriebsratsgründung behindert. 
 
Die WSI-Forscher haben im vergangenen Jahr 159 hauptamtliche Mitarbeiter verschiedener Gewerkschaften wie IG BCE, IG Metall und NGG zu ihren Erfahrungen mit der Durchführung von Betriebsratswahlen befragt. Mehr als der Hälfte der Befragten waren Fälle bekannt, in denen Unternehmen versucht hatten, Betriebsratswahlen zu behindern. Besonders rau gehe es der Studie zufolge aber offensichtlich in der Nahrungsbranche und dem Gastgewerbe zu - genauer gesagt in der Fleischindustrie, bei Großbäckern oder bei Fast-Food-Ketten.
 
Insgesamt seien den 159 Befragten 221 Betriebe bekannt, in denen es zu Behinderungen bei Betriebsratswahlen gekommen ist. In einem Drittel dieser Betriebe ist letztlich sogar die Wahl vereitelt worden. Aber auch gegen bestehende Arbeitnehmervertretungen haben nach Kenntnis der Gewerkschafter Arbeitgeber Maßnahmen ergriffen.
 
Um Betriebsratswahlen zu sabotieren, pflegen einige Arbeitgeber demnach vor allem Kandidaten einzuschüchtern. Andere widerum drohen mit Kündigung oder verhindern bereits die Bestellung eines Wahlvorstands.
 
Nach Angabe der befragten Gewerkschafter nahm etwa die Hälfte der Arbeitgeber bei ihren Störaktionen externe Hilfe durch Anwaltskanzleien oder Beratungen in Anspruch. Die betroffenen Unternehmen seien außerdem überproportional häufig inhabergeführt und mehrheitlich der mittleren Größe von 50 bis 200 Beschäftigten zuzurechnen.
 
Als Fazit halten die Wissenschaftler fest, dass das Problem des „Betriebsrats-Bashing“ mittlerweile auch in der Industrie angekommen ist. Die hohe Zahl der Neugründungen, denen Arbeitgeber Steine in den Weg legen, zeige, dass „weiße Flecken“ die eigentlichen Problemzonen sind. Das gelte umso mehr, wenn Inhaber die Geschäfte selbst führen.
 
Die Untersuchung unterstreicht, wie wichtig ein umfassender gesetzlicher Schutz vor Eingriffen des Managements ist. Es sei wünschenswert, so das Fazit, dass bereits bei der Vorbereitung von Betriebsratswahlen alle daran beteiligten Beschäftigten vom ersten Tag an vor Kündigungen geschützt werden. Ebenso wichtig sei eine wirksame Sanktionierung von Verstößen. Dazu sollten Schwerpunktstaatsanwaltschaften gebildet werden, die auf gesetzwidrige Eingriffe von Unternehmen in Betriebsratswahlen spezialisiert sind und diese letztlich auch verfolgen.
 
 
Quelle: http://boeckler.de/14_68018.htmManche Unternehmer versuchen massiv und hartnäckig, ihre Beschäftigten an der Gründung eines Betriebsrats zu hindern. Besonders häufig sei dieses Phänomen in inhabergeführten Firmen vorzufinden. So wird in Deutschland laut einer aktuellen Untersuchung jede sechste Betriebsratswahl verhindert.
 
Arbeitgeber, die Betriebsratswahlen behindern, machen sich strafbar. Das ist den meisten Chefs auch bekannt. Dennoch häufen sich Berichte, dass derartige Verhaltensweisen keine Seltenheit sind. Laut einer aktuellen Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahmen Hans-Böckler-Stiftung wird in Deutschland arbeitgeberseitig nahezu jede sechste Betriebsratsgründung behindert. 
 
Die WSI-Forscher haben im vergangenen Jahr 159 hauptamtliche Mitarbeiter verschiedener Gewerkschaften wie IG BCE, IG Metall und NGG zu ihren Erfahrungen mit der Durchführung von Betriebsratswahlen befragt. Mehr als der Hälfte der Befragten waren Fälle bekannt, in denen Unternehmen versucht hatten, Betriebsratswahlen zu behindern. Besonders rau gehe es der Studie zufolge aber offensichtlich in der Nahrungsbranche und dem Gastgewerbe zu - genauer gesagt in der Fleischindustrie, bei Großbäckern oder bei Fast-Food-Ketten.
 
Insgesamt seien den 159 Befragten 221 Betriebe bekannt, in denen es zu Behinderungen bei Betriebsratswahlen gekommen ist. In einem Drittel dieser Betriebe ist letztlich sogar die Wahl vereitelt worden. Aber auch gegen bestehende Arbeitnehmervertretungen haben nach Kenntnis der Gewerkschafter Arbeitgeber Maßnahmen ergriffen.
 
Um Betriebsratswahlen zu sabotieren, pflegen Unternehmen demnach vor allem Kandidaten einzuschüchtern. Andere widerum drohen mit Kündigung oder verhindern bereits die Bestellung eines Wahlvorstands.
 
Nach Angabe der befragten Gewerkschafter nahm etwa die Hälfte der Arbeitgeber bei ihren Störaktionen externe Hilfe durch Anwaltskanzleien oder Beratungen in Anspruch. Die betroffenen Unternehmen seien außerdem überproportional häufig inhabergeführt und mehrheitlich der mittleren Größe von 50 bis 200 Beschäftigten zuzurechnen.
 
Als Fazit halten die Wissenschaftler fest, dass das Problem des „Betriebsrats-Bashing“ mittlerweile auch in der Industrie angekommen ist. Die hohe Zahl der Neugründungen, denen Arbeitgeber Steine in den Weg legen, zeige, dass „weiße Flecken“ die eigentlichen Problemzonen sind. Das gelte umso mehr, wenn Inhaber die Geschäfte selbst führen.
 
Die Untersuchung unterstreicht, wie wichtig ein umfassender gesetzlicher Schutz vor Eingriffen des Managements ist. Es sei wünschenswert, so das Fazit, dass bereits bei der Vorbereitung von Betriebsratswahlen alle daran beteiligten Beschäftigten vom ersten Tag an vor Kündigungen geschützt werden. Ebenso wichtig sei eine wirksame Sanktionierung von Verstößen. Dazu sollten Schwerpunktstaatsanwaltschaften gebildet werden, die auf gesetzwidrige Eingriffe von Unternehmen in Betriebsratswahlen spezialisiert sind und diese letztlich auch verfolgen.
 
Quelle: http://boeckler.de/14_68018.htm
Eingetragen am: 
14. November 2016

ibp. Institut für Betrieb und Personal GmbH & Co. KG - Konrad-Zuse-Str. 10 - 44801 Bochum

Telefon 02 34 / 43 841-0  - Telefax 02 34 / 43 841-99

Klimaneutrales Hosting

Wir bilden aus